„Knuth (1986) beschreibt ausführlich, wie ein Absatz in Zeilen zerlegt wird“ und „wie ein Absatz in Zeilen zerlegt wird, ist ausführlich beschrieben (Knuth, 1986)“ verweisen auf dasselbe Buch, und doch sind die beiden Zitate grammatisch völlig verschiedene Bauteile. Das erste ist das Subjekt seines Satzes, das zweite eine Anmerkung, die außerhalb des Satzes geparkt ist. Genau deshalb bleibt es in LaTeX nicht bei einem einzigen \cite: natbib stellt \citet neben \citep, biblatex \textcite neben \parencite, denn die Ausgabe muss wissen, welche der beiden Rollen gemeint ist. Diese Seite verfolgt einen einzigen Test – vom Setzen der Zitiermarke über Seitenangaben und Mehrfachzitate bis zur Reparatur eines Zitats, das als [?] erscheint: den Satz laut lesen und prüfen, ob er noch ein Satz ist.
\cite{key} schreiben: Schlüssel, mehrere Werke, Seitenzahlen
\cite{knuth} setzt [1] in den Text und trägt das Werk zugleich in das Literaturverzeichnis ein. knuth ist der Zitierschlüssel, ein kurzer, selbst gewählter Name. Der Schlüssel taucht in der Ausgabe nie auf; sichtbar wird nur die Nummer oder das Label, das die Verzeichnisseite vergibt. Mehrere Werke passen kommagetrennt in einen Befehl: \cite{knuth,lamport} ergibt [1, 2]. Für eine Notiz wie eine Seitenangabe dient das optionale Argument – \cite[p.~5]{knuth} gibt [1, p. 5] aus. Das ~ ist ein Leerzeichen, an dem nicht umbrochen wird, damit p. und 5 nicht in verschiedene Zeilen geraten.
Reines LaTeX nimmt genau eine solche Notiz entgegen, und ihre Position ist festgelegt: Sie steht hinter dem Verweis. Ein Wunsch wie „(see Knuth, 1986, p. 94)“, mit einem einleitenden Hinweis vor dem Namen, lässt sich so nicht ausdrücken. natbib und biblatex heben diese Beschränkung auf, indem sie zwei statt einem optionalen Argument nehmen – siehe den Abschnitt zu Seiten- und Kapitelangaben weiter unten. Umgekehrt lohnt es sich, die Grenze früh zu kennen: Der Ausdrucksraum des blanken \cite ist schmaler, als er zunächst wirkt.
% \cite prints the mark and registers the work
The algorithm is described in detail~\cite{knuth}.
% several keys in one command, comma separated
Both accounts agree on this point~\cite{knuth,lamport}.
% one optional argument = a note printed after the reference
The rule appears on page 5~\cite[p.~5]{knuth}.
% register a work in the list without printing a mark
\nocite{lamport}Für ein Werk, das im Text nicht zitiert, aber dennoch aufgeführt werden soll, dient \nocite{key}. Es setzt keine Marke, sondern nimmt den Eintrag nur auf. Die Sonderform \nocite{*} schließt alle Einträge der .bib-Datei ein. Bedeutung hat das allerdings nur, wenn BibTeX oder biber die Liste zusammenstellt: Ein von Hand geschriebenes thebibliography druckt ohnehin jedes notierte \bibitem, dort ändert \nocite{*} also nichts. Es ist das Werkzeug, um eine ganze Literaturdatenbank anzuzeigen – mehr nicht.
\citet oder \citep, \textcite oder \parencite: zwei grammatische Rollen
Ein einziger Test entscheidet: Übernimmt der Autorenname eine grammatische Funktion im Satz? Wenn ja, greift man zu natbibs \citet{knuth} (→ Knuth (1986)) oder biblatex’ \textcite{knuth} (gleiche Ausgabe). Wenn nein, zu \citep{knuth} (→ (Knuth, 1986)) beziehungsweise \parencite{knuth} (→ (Knuth 1986)). Das biblatex-Handbuch benennt den Unterschied ausdrücklich: \textcite ist dafür gedacht, im Textfluss die Stelle des Subjekts einzunehmen, und zu \autocite mahnt es, dieser Befehl gehöre nur dorthin, wo das Zitat grammatisch kein Satzglied ist. Die beiden Familien folgen also der Satzstruktur, nicht dem Geschmack.
% natbib: \citet is textual, \citep is parenthetical
\citet{knuth} describes how a paragraph is broken into lines.
The procedure is described in detail~\citep{knuth}.
% biblatex: same split, different names
\textcite{knuth} describes how a paragraph is broken into lines.
The procedure is described in detail~\parencite{knuth}.Vertauscht man sie, hört die Ausgabe auf, ein Satz zu sein. Steht \citep an der Subjektstelle, ergibt sich „(Knuth, 1986) beschreibt, wie ein Absatz in Zeilen zerlegt wird“ – ein Satz, dessen Subjekt eine Klammer ist. Steht \citet am Ende eines Teilsatzes, bleibt „das Verfahren ist ausführlich beschrieben Knuth (1986)“ zurück, ein Eigenname ohne Anschluss. Beim Korrekturlesen fällt so etwas erstaunlich schlecht auf, und keine Formatprüfung einer Zeitschrift schlägt Alarm, denn der Fehler ist grammatisch, nicht typografisch.
Warum also nicht das blanke \cite entscheiden lassen? Weil \cite niemals auf die Grammatik schaut. In natbib ist es lediglich ein Alias für den Modus: Mit der Option authoryear entspricht es \citet, mit numbers entspricht es \citep. Den Ausschlag gibt ein Wort in der Präambel, nicht der Bau des Satzes. Das \cite von biblatex ist noch karger – ein blankes Label ohne jede Zutat, sodass style=authoryear nur Knuth 1986 ausgibt, eine Form, die weder in den Fließtext noch in eine Klammer passt. Der Befehl hat keinen Zugriff auf die Syntax des Satzes. Nur der Schreibende hat ihn, und genau deshalb gibt es eigene Befehle für die beiden Rollen.
Man ordnet das leicht unter „Autor-Jahr-Probleme“ ein, doch die Unterscheidung überlebt die Nummerierung. Im numerischen Modus von natbib gibt \citet{knuth} Knuth [1] aus und \citep{knuth} nur [1]; ebenso liefert biblatex’ \textcite unter style=numeric Knuth [1]. Deshalb ist „erst alles mit \cite schreiben und später den Stil umschalten“ eine Falle: Im Augenblick des Umschaltens fällt jedes Zitat, das ein Satzglied tragen sollte, zu einer Klammer zusammen, und zurück bleiben Sätze mit einem Loch an der Stelle des Namens. Die Rolle wird beim Schreiben festgehalten – das ist die einzige sichere Reihenfolge.
| Befehl (natbib) | Ausgabe (authoryear) | Rolle |
|---|---|---|
\citet | Knuth (1986) | im Fließtext; der Name ist Satzglied |
\citep | (Knuth, 1986) | Klammerzitat; Anmerkung außerhalb des Satzes |
\cite | Knuth (1986) | Alias; unter authoryear \citet, unter numbers \citep |
\citealt | Knuth 1986 | Textform ohne Klammern, für eigene Klammerung |
\citealp | Knuth, 1986 | Klammerform ohne die Klammern, nur mit Komma |
\citeauthor | Knuth | nur der Autor, für spätere Erwähnungen |
\citeyear | 1986 | nur das Jahr, nach einem selbst gesetzten Namen |
\citeyearpar | (1986) | Jahr in Klammern, als Ergänzung zu \citeauthor |
\citenum | 1 | die blanke Nummer; nie hochgestellt |
\citetext | (priv. comm.) | freier Text in den Zitierklammern |
\citet und \citep besitzen zudem Sternformen, die eine Autorenliste vollständig ausschreiben, wo der Stil sonst zu et al. kürzt. Bei einer Arbeit mit drei Autoren liefert \citep{jbw} (Jones et al., 1990), \citep*{jbw} dagegen (Jones, Baker, and Williams, 1990). Zeitschriften, die bei der ersten Nennung die vollständige Liste verlangen, sind der übliche Anlass dafür. Ob die Erweiterung gelingt, hängt davon ab, ob der .bst-Stil die vollen Namen mitführt; ohne diese Unterstützung bewirkt der Stern nichts und die Kurzform bleibt stehen.
biblatex behält dieselben zwei Rollen und ergänzt Befehle für den Ort des Zitats. \footcite schickt das ganze Zitat in eine Fußnote, \supercite setzt die Nummer hochgestellt. \autocite ist eine Stufe abstrakter: Es wird je nach Wert der Paketoption autocite (plain, inline, footnote, superscript) zu \cite, \parencite, \footcite oder \supercite. Ist der Text mit \autocite geschrieben, lässt sich ein ganzes Dokument durch ein einziges Wort in der Präambel zwischen Klammer- und Fußnotenzitat umstellen – \textcite kann es allerdings nicht ersetzen, denn ein Zitat, das Satzglied ist, lässt sich nicht mechanisch in eine Fußnote verschieben. Am reizvollsten ist \smartcite: Im Fließtext verhält es sich wie \footcite, innerhalb einer Fußnote wie \parencite – es sieht nach, wo es gelandet ist, und ändert seine Form.
| Befehl (biblatex) | Ausgabe (style=authoryear) | Rolle |
|---|---|---|
\textcite | Knuth (1986) | im Fließtext; nimmt die Subjektstelle ein |
\parencite | (Knuth 1986) | Klammerzitat; in numerischen Stilen eckige Klammern |
\cite | Knuth 1986 | blankes Label; ohne jede Umrahmung |
\autocite | (Knuth 1986) | richtet sich nach der Paketoption autocite |
\footcite | Fußnote: Knuth 1986. | das ganze Zitat wandert in eine Fußnote, mit Schlusspunkt |
\smartcite | Fußnote: Knuth 1986. | im Text wie \footcite, in einer Fußnote wie \parencite |
\supercite | hochgestellte Nummer, ohne Klammern | nur numerische Stile; Vor- und Nachnotizen entfallen |
\cite* | 1986 | in Autor-Jahr-Stilen nur das Jahr, in Autor-Titel-Stilen nur der Titel |
Seiten und Kapitel angeben: [p.~5] und die Vornotiz [see][p.~94]
natbib und biblatex nehmen beide zwei optionale Argumente: das erste als Vornotiz, das zweite als Nachnotiz. \citep[see][p.~94]{knuth} gibt (see Knuth, 1986, p. 94) aus, \citet[chap.~2]{lamport} ergibt Lamport (1994, chap. 2). Andere Fundstellen als Seiten – Kapitel, Abschnitte, Abbildungen, Zeilen – stehen genauso in der Nachnotiz. Die einleitende Bemerkung, die dem blanken \cite verwehrt war, ist hier möglich.
Hier lauert die Falle, in die auch Geübte einmal treten: Wird nur ein optionales Argument angegeben, gilt es als Nachnotiz. Wer also eine Einleitung im Sinn hat und \citep[e.g.,]{knuth} schreibt, erhält (Knuth, 1986, e.g.,), mit dem „e.g.,“ hinter dem Verweis gestrandet. biblatex verhält sich genauso: \parencite[see]{knuth} ergibt (Knuth 1986, see). Richtig ist das leere zweite Argument – \citep[e.g.,][]{knuth}. Zwei eckige Klammern hintereinander sehen nach einem Tippfehler aus, sind hier aber korrekt.
biblatex bietet hier eine kleine Aufmerksamkeit: Besteht die Nachnotiz nur aus einer Zahl, wird sie als Seitenzahl gelesen und das p. selbst ergänzt – \parencite[25]{knuth} ergibt (Knuth 1986, p. 25). Das Präfix ist zudem nicht fest, sondern über das Feld pagination im .bib-Eintrag steuerbar. Mit pagination = {verse} erscheint dasselbe [17] als v. 17, mit section als § 17. Bei Arbeiten über klassische Werke oder Partituren, die nicht nach Seiten gezählt werden, richtet dieses eine Feld sämtliche Zitate auf einmal aus.
% one optional argument is always the post-note
\citep[p.~94]{knuth} % -> (Knuth, 1986, p. 94)
% two optional arguments are pre-note and post-note
\citep[see][p.~94]{knuth} % -> (see Knuth, 1986, p. 94)
% a pre-note alone still needs the empty second bracket
\citep[e.g.,][]{knuth} % -> (e.g., Knuth, 1986)
\citep[e.g.,]{knuth} % -> (Knuth, 1986, e.g.,) <- wrong
% biblatex reads a bare number as a page and adds "p."
\parencite[25]{knuth} % -> (Knuth 1986, p. 25)Mehrere Werke auf einmal zitieren – Nummern sortieren und zusammenfassen
Mehrere Werke gehören immer in einen einzigen Befehl. \citep{knuth,lamport} ergibt (Knuth, 1986; Lamport, 1994), in numerischen Stilen [1, 2]. Schreibt man stattdessen \cite{knuth}\cite{lamport}, stehen sie als [1][2] getrennt nebeneinander und lassen sich weder sortieren noch zusammenfassen: Der Stil kann nicht ordnen, was er nie gemeinsam gesehen hat. Für Textzitate gilt dasselbe – biblatex’ \textcite{knuth,lamport} gibt Knuth (1986) and Lamport (1994) aus und ergänzt die Konjunktion, sodass der Satz ein Satz bleibt.
Braucht jedes Werk eine eigene Seitenangabe, kommen die Pluralformen von biblatex ins Spiel, die qualifizierten Zitatlisten. \textcites[59]{knuth}[12]{lamport} gibt Knuth (1986, p. 59) and Lamport (1994, p. 12) aus, wobei jeder Schlüssel seine eigene Vor- und Nachnotiz trägt. Der Satz ist vollständig: \parencites, \footcites und so fort. natbib kennt kein Gegenstück; unterscheiden sich die Notizen je Werk, stehen \citep[p.~59]{knuth} und \citep[p.~12]{lamport} nebeneinander und die Bindewörter schreibt man selbst.
Soll der numerische Stil bleiben und nur die Darstellung sauberer werden, ist Donald Arseneaus Paket cite der einfachste Weg. Schon \usepackage{cite} macht das Standard-\cite klüger: Es sortiert die Nummern aufsteigend und fasst aufeinanderfolgende Läufe zu Bereichen zusammen. Zeigt \cite{c,a,b,e} auf die Einträge 2, 3, 4 und 6, lautet die Ausgabe [2–4, 6]. Als Optionen stehen superscript (Alias super) für hochgestellte Nummern, nosort gegen das Sortieren, nocompress gegen die Bereichsbildung, nospace für engere Abstände und nobreak gegen Zeilenumbrüche bereit. natbib und biblatex bringen allerdings eigenes Sortieren und Zusammenfassen mit – natbib etwa die Optionen sort und sort&compress –, dort ist cite überflüssig.
Woher die Nummer stammt: thebibliography und \bibitem
Die Nummer, die \cite{key} ausgibt, stammt vom \bibitem mit demselben key. Die einfachste Art, die Liste von Hand zu schreiben, ist die Umgebung thebibliography; darin steht jedes \bibitem{key} ... für eine Quelle. Sie werden in der Reihenfolge ihres Auftretens mit 1, 2, 3 … nummeriert, und \cite holt sich die passende Nummer. Das {99} in \begin{thebibliography}{99} ist das Argument für das breiteste Label, aus dem die Breite der Labelspalte abgeleitet wird: {99} bei zehn oder mehr Einträgen, {9} bei neun oder weniger. Stimmt der Wert nicht, stehen die Nummern nicht untereinander und die Einzüge werden unruhig. Für ein eigenes Label statt einer Nummer genügt \bibitem[KL94]{lamport}; [KL94] wird zum Label, und \cite{lamport} gibt es ebenfalls aus.
\begin{thebibliography}{99}
\bibitem{knuth}
Donald E. Knuth, \emph{The \TeX book}, Addison-Wesley, 1986.
% an optional argument replaces the automatic number
\bibitem[KL94]{lamport}
Leslie Lamport, \emph{\LaTeX: A Document Preparation System},
2nd ed., Addison-Wesley, 1994.
\end{thebibliography}Ein von Hand geschriebenes thebibliography passt zu zwei Situationen: eine Handvoll Quellen oder ein Layout, das bis aufs Komma selbst bestimmt sein soll. Darüber hinaus ist es schneller, genauer und wiederverwendbar, die bibliografischen Daten als unformatierte Datensätze in einer .bib-Datei abzulegen und die Liste von BibTeX oder biber erzeugen zu lassen. Nummerierung, Sortierung und Stil folgen dann automatisch den Vorgaben, und dieselbe .bib lässt sich über mehrere Manuskripte hinweg teilen. Entscheidend ist: Auf der Schreibseite ändert sich nichts. \cite{knuth} sucht statt eines \bibitem einfach einen .bib-Eintrag, und jeder Befehl dieser Seite gilt unverändert weiter.
Zitate erscheinen als [?]: Citation ... undefined
[?] bedeutet: Als die Seite gesetzt wurde, enthielt die .aux-Datei kein Label für diesen Schlüssel. Im Log steht LaTeX Warning: Citation 'nosuchkey' on page 1 undefined on input line 4. und am Ende des Laufs die Zusammenfassung LaTeX Warning: There were undefined references. Dafür gibt es nur zwei Ursachen: zu wenige Durchläufe oder ein nicht passender Schlüssel.
Die Zahl der Durchläufe funktioniert genau wie bei Nummerierung und Querverweisen. Der erste Lauf schreibt die Nummer jedes \bibitem in die .aux-Datei, der zweite liest sie zurück und setzt sie an jede \cite-Stelle. Kommt BibTeX oder biber ins Spiel, lautet die Reihenfolge latex → bibtex (oder biber) → latex → latex; wird der mittlere Schritt übersprungen, bleibt [?] stehen. Auf der Schlüsselseite erzeugt neben einem schlichten Tippfehler auch eine geänderte .bib ohne erneuten BibTeX-Lauf dasselbe Symptom. Die .aux zu löschen und neu zu beginnen trennt beide Fälle am schnellsten.
biblatex setzt kein Fragezeichen, sondern den Schlüssel selbst. \parencite{nosuchkey} erscheint als (nosuchkey), und im Log steht Package biblatex Warning: The following entry could not be found .... Auf der Seite wirkt das befremdlich, doch weil der fehlende Schlüssel im Text steht, ist die Ursache schneller gefunden.
Ein weiteres Symptom gehört allein natbib: \citet wird verwendet, die Ausgabe lautet (author?) [1], und im Log steht Package natbib Warning: Author undefined for citation 'knuth'. Schuld ist nicht der Zitierbefehl, sondern der .bst-Stil. Ein Stil, der natbib nicht kennt – etwa der von \bibliographystyle{plain} gewählte –, schreibt keine Labels mit Autor und Jahr in seine \bibitem-Zeilen. Der Wechsel zu einem natbib-tauglichen Stil, beispielsweise \bibliographystyle{plainnat}, behebt das. Wenn \citet nicht zu funktionieren scheint, lohnt der erste Verdacht dem .bst.
natbib oder biblatex: welche Zitierbefehle verwenden
Nur eines von beiden laden und dabei bleiben – das ist die ganze praktische Antwort. Die beiden lösen dieselbe Aufgabe mit unterschiedlichen Entwürfen, und wer beide lädt, bekommt kollidierende Befehlsnamen. Liefert der Verlag oder die Tagung eine Klassendatei oder einen Stil mit, richtet man sich zuerst danach; sehr viele Fachgesellschaftsklassen setzen natbib voraus. Steht die Wahl frei, liegt biblatex bei Unicode, mehrsprachigen Dokumenten, Fußnotenzitaten und der Vielfalt fachspezifischer Stile vorn. natbib ist seit 1993 im Einsatz und verfügt über einen riesigen Bestand passender .bst-Dateien – deshalb greifen ältere Vorlagen weiterhin dazu.
Welches auch gewählt wird, die Reihenfolge der Entscheidungen bleibt gleich. Zuerst klären, ob das Zitat ein Satzglied ist, und danach \citet/\textcite oder \citep/\parencite wählen. Dann bei Bedarf eine Fundstelle über die optionalen Argumente ergänzen und mehrere Werke per Kommaliste oder qualifizierter Liste bündeln. Das Aussehen – Klammerform, numerisch oder Autor-Jahr, die Trennzeichen – kommt zuletzt, und diese Schicht gehört den Paketoptionen und der .bst- oder Stildatei. Wer in dieser Reihenfolge schreibt, muss beim Wechsel des Publikationsorts nur die letzte Schicht anfassen.