Die wissenschaftlichen Klassen, die eine Zeitschrift vorschreibt – amsart, IEEEtran, elsarticle, revtex4-2, acmart –, sind die am häufigsten missverstandene Sorte von LaTeX-Dokumentklasse. In der mit TeX Live 2024 ausgelieferten acmart.cls steht die Zeile \LoadClass[\ACM@fontsize, reqno]{amsart}: Die Einreichungsklasse der ACM aus der Informatik ruht auf der Klasse der American Mathematical Society. Eine Einreichungsklasse ist keine Vorlage, die man bekommen hat, sondern das Regelwerk des Zielorts in ausführbarer Form – und sie lädt im Hintergrund weitere Klassen und Pakete. Diese Seite zeigt, was eine solche Klasse tatsächlich festlegt, warum der Kampf gegen sie Zeit kostet, die niemand hat, und an welcher Stelle die bereits geladenen Pakete zubeißen.
Was eine Einreichungsklasse tatsächlich festlegt
Festgelegt sind sechs Dinge: Spaltenzahl, Satzspiegel, Schriften, Überschriftengestaltung, Aufbau des Titelblocks und Literaturformat. Übrig bleiben Inhalt und logische Struktur. Deshalb liefert ein Zielort ein Bündel aus – die .cls, einen passenden .bst-Literaturstil und eine auszufüllende Vorlage – und keine Liste von Regeln. Im Manuskript steht nur Bedeutung, \section{...} und \cite{...}, und jede Frage des Aussehens geht an die Klasse. Das Prinzip der Trennung von Struktur und Erscheinungsbild behandelt die Seite zu Dokumentklasse und Präambel; hier wird es nicht erneut ausgebreitet. Neu an einer Einreichungsklasse ist, dass diese Trennung durch fremde Vorschriften erzwungen wird und nicht durch den eigenen Geschmack.
Daraus folgt der nützlichste Rat überhaupt: Kämpfe nicht gegen die Klasse. Seitenbegrenzungen zählen im Satzspiegel dieser Klasse; Seiten, die durch gelöschte \vspace oder mit geometry zusammengeschobene Ränder gewonnen wurden, verschwinden, sobald die Produktion neu setzt. Ein Manuskript, das von zwei auf eine Spalte umgestellt oder mit anderen Schriften versehen wurde, kann bereits bei der Formatprüfung zurückgehen, bevor es eine begutachtende Person sieht. Lässt man die Klasse dagegen in Ruhe, wandert derselbe Text unverändert in die Klasse einer anderen Gesellschaft. Eine Einreichungsklasse schenkt Autorinnen und Autoren Zeit, die nicht ins Layout fließt – nicht die Freiheit, es zu ändern.
Beim Beschaffen gibt es eine Tücke: In einer minimalen TeX-Installation fehlen diese Klassen meist. Ein vollständiges TeX Live oder MiKTeX bringt amsart, IEEEtran, acmart, elsarticle und revtex mit; in einer Minimalumgebung installiert man sie einzeln (tlmgr install ieeetran) oder nimmt die .cls aus dem Download des Verlags und legt sie neben das Manuskript – llncs liegt besonders oft lokal. Und immer die aktuelle Vorlage neu aus dem Author Kit beziehungsweise Author Center des Zielorts holen. Eine veraltete lokale Kopie weiterzuverwenden und in der Nacht vor der Frist zu merken, dass sich das Layout verschoben hat, passiert jedes Jahr irgendwo.
amsart – die AMS-Klasse und ihre Theoremumgebungen
amsart ist die Aufsatzklasse der American Mathematical Society. Sie ist nicht nur die verbreitetste Klasse für mathematische Einreichungen, sondern auch das Fundament anderer Klassen – wie eingangs gesehen, lädt acmart sie. Die Klasse sorgt selbst für amsmath und amsfonts, sodass die üblichen \usepackage-Zeilen für Mathematik weitgehend entfallen. Neben \title und \author nutzt der Titelblock \address{...}, \email{...}, \thanks{...}, \subjclass[2020]{...} (die AMS-Fachklassifikation) und \keywords{...}; Theoremumgebungen entstehen mit \newtheorem und dem \theoremstyle aus amsthm.
Der erste Stolperstein bei amsart ist meist die Position der Zusammenfassung. Aus article-Gewohnheit setzt man die abstract-Umgebung hinter \maketitle, und im Log steht: Class amsart Warning: Abstract should precede \maketitle in AMS document classes. Leicht zu übersehen, denn das Dokument übersetzt weiterhin – und man erhält ein PDF, in dem die Zusammenfassung außerhalb des Titelblocks gelandet ist. Richtig ist abstract vor \maketitle. Dieselbe Konvention erbt acmart, das auf amsart aufsetzt; dort ist es allerdings kein Warnhinweis, sondern ein harter Fehler.
\documentclass[reqno]{amsart}
\newtheorem{theorem}{Theorem}[section]
\begin{document}
\title{On a Class of Analytical Engines}
\author{Ada Lovelace}
\address{Analytical Engine Lab, London, UK}
\email{[email protected]}
\subjclass[2020]{Primary 68N01; Secondary 01A55}
\keywords{analytical engine, program}
% the abstract must come BEFORE \maketitle in AMS classes
\begin{abstract}
This is the abstract.
\end{abstract}
\maketitle
\section{Introduction}
\begin{theorem}
Every engine has a program.
\end{theorem}
\end{document}IEEEtran – IEEE-Zeitschriften und Konferenzen
Das Besondere an IEEEtran ist, dass eine einzige Klasse je nach Optionen völlig verschiedene Layouts annimmt. \documentclass[journal]{IEEEtran} liefert die zweispaltige Zeitschrift, \documentclass[conference]{IEEEtran} den Tagungsband; dazu kommen technote für Kurzbeiträge und peerreview/peerreviewca für Begutachtungsfassungen. compsoc (Computer Society), comsoc (Communications Society) oder transmag schalten auf den Hausstil der jeweiligen Gesellschaft um und lassen sich mit einer Schriftgröße kombinieren, etwa \documentclass[10pt,journal,compsoc]{IEEEtran}. Voreingestellt ist letterpaper; a4paper und cspaper stehen ebenfalls bereit.
Zu den Konventionen: Die Zusammenfassung steht in einer abstract-Umgebung, die Schlüsselwörter in der eigenen IEEEkeywords-Umgebung, die im Journal-Modus automatisch „Index Terms“ und im Conference-Modus „Keywords“ überschrieben wird. Autoren und Zugehörigkeiten entstehen aus \IEEEauthorblockN{...} und \IEEEauthorblockA{...}, Standard-Literaturstil ist IEEEtran.bst. Eine weitere, unauffällige Eigenschaft zählt: IEEEtran.cls lädt standardmäßig fast keine externen Pakete – in der Fassung von TeX Live 2024 tauchen \RequirePackage-Aufrufe nur in der Mathematikschrift-Suche für Computer und Communications Society auf. Damit verträgt sie eigenes hyperref oder geometry ungewöhnlich gut – genau umgekehrt als acmart weiter unten. Vorlagen bezieht man am besten neu über den IEEE Template Selector.
\documentclass[conference]{IEEEtran}
\begin{document}
\title{A Conference Paper}
\author{\IEEEauthorblockN{Ada Lovelace}
\IEEEauthorblockA{Analytical Engine Lab\\ London, UK}}
\maketitle
\begin{abstract}
This is the abstract.
\end{abstract}
\begin{IEEEkeywords}
broadband networks, quality of service
\end{IEEEkeywords}
\section{Introduction}
The conference option sets the proceedings layout.
\end{document}acmart – ACM-Zeitschriften und Proceedings
acmart ist die konsolidierte Klasse der ACM; sie hat den früheren, zersplitterten Satz von Klassen je Konferenz und Zeitschrift abgelöst. Das Erscheinungsbild wählt die Option format=, wobei der Teil format= entfallen darf. Voreinstellung für Begutachtungseinreichungen ist das einspaltige manuscript; die meisten Zeitschriften nutzen acmsmall, als Bücher erscheinende Tagungsbände sigconf, SIGPLAN-Zielorte sigplan. Faustregel: Formate, die mit acm beginnen, gehören zu Zeitschriften und Transactions, Formate mit sig zu Proceedings. Man schreibt also \documentclass[sigconf]{acmart} oder \documentclass[manuscript,review,anonymous]{acmart}. Zu beachten: sigchi und ebenso siggraph sind veraltet. Wer eines davon anfordert, erhält die Warnung Class acmart Warning: The format sigchi is now obsolete. I am switching to sigconf. und wird umgeschaltet. Die Option sigchi-a bleibt nur für Altdokumente erhalten; die Klasse selbst warnt, dass ACM Manuskripte in diesem Format nicht annimmt.
Die Eigenheiten von acmart konzentrieren sich auf die Menge an verlangten Metadaten. Bei einer Zeitschrift nennt man sie in Kurzform, \acmJournal{TOMS}; für einen regulären Aufsatz deklariert man CCS-Konzepte (ACM Computing Classification System) mit \begin{CCSXML}...\end{CCSXML} und \ccsdesc{...} samt \keywords{...}. Zugehörigkeiten werden in Bestandteile zerlegt: \affiliation{\institution{...}\city{...}\country{...}}. Literatur nutzt das natbib-basierte ACM-Reference-Format. Und die von amsart geerbte Regel zur Zusammenfassung ist hier verbindlich: Steht abstract hinter \maketitle, bricht der Lauf ab mit ! Class acmart Error: Abstract must be defined before maketitle command. Please move it! Anders als amsart, das nur warnt, übersetzt diese Klasse dann gar nicht.
\documentclass[sigconf]{acmart}
\begin{document}
\title{A Proceedings Paper}
\author{Ada Lovelace}
\affiliation{\institution{Analytical Engine Lab}\city{London}\country{UK}}
% abstract before \maketitle, or acmart raises an error
\begin{abstract}
This is the abstract.
\end{abstract}
\ccsdesc[500]{Networks~Network reliability}
\keywords{broadband networks, quality of service}
\maketitle
\section{Introduction}
The sigconf format sets the ACM proceedings layout.
\end{document}llncs – Springers LNCS
llncs ist die Klasse für Springers Tagungsbandreihe Lecture Notes in Computer Science (LNCS) und die Schwesterreihen LNAI und LNBI; man wählt sie direkt über den Namen, \documentclass{llncs}. Sehr viele internationale Konferenzen, die bei Springer veröffentlichen – ECCV, MICCAI und Hunderte weitere –, verwenden dieses einspaltige Layout auf Basis von article. Ihre Eigenheiten liegen bei Autoren und Zugehörigkeiten, wofür die Klasse einen \institute-Befehl ergänzt, den Standard-LaTeX nicht kennt. Mit \inst{n} hängt man jedem Namen eine Nummer an, etwa \author{Ivar Ekeland\inst{1} \and Roger Temam\inst{2}}, und listet die Zugehörigkeiten mit \institute{first affiliation \and second affiliation}; nummeriert wird automatisch. E-Mail-Adressen stehen innerhalb von \institute als \email{...}. Der Literaturstil ist splncs04 (\bibliographystyle{splncs04}). Die Option runningheads richtet sich an Bandherausgeber und ist bei einer Einzeleinreichung normalerweise überflüssig.
\documentclass{llncs}
\begin{document}
\title{An LNCS Contribution}
\author{Ivar Ekeland\inst{1} \and Roger Temam\inst{2}}
\institute{Paris-Dauphine University, Paris, France\\
\email{[email protected]}
\and Sorbonne University, Paris, France\\
\email{[email protected]}}
\maketitle
\begin{abstract}
The abstract follows the title block.
\end{abstract}
\section{Introduction}
Bibliography style: splncs04.
\end{document}elsarticle – Elsevier-Zeitschriften
elsarticle ist die Klasse für Manuskripte an Elsevier-Zeitschriften und wird als \documentclass[preprint,12pt]{elsarticle} verwendet. Voreingestellt sind a4paper,10pt,oneside,onecolumn,preprint; preprint liefert das großzügige einspaltige Einreichungslayout. 1p, 3p und 5p entsprechen den gedruckten Seitenbildern (einspaltig, zweispaltig, zweispaltig mit durchlaufender Zusammenfassung); die endgültige Zeitschriftenseite setzt der Verlag. Daneben gibt es review mit größerem Zeilenabstand für Gutachten, final näher am Druckbild und doubleblind für anonymisierte Einreichungen. Die Eigenheit ist die frontmatter-Umgebung: \title{...}, \author{...}, \affiliation{...} (das ältere \address{...} funktioniert weiterhin), die abstract- und die keyword-Umgebung stehen alle darin, der Text beginnt nach \end{frontmatter}. Autoren und Zugehörigkeiten werden über Marken verknüpft: \author[a]{...} zu \affiliation[a]{organization={...}, city={...}, country={...}}.
Hier liegt die Mine, in die am häufigsten getreten wird. Gegen Ende führt elsarticle.cls \RequirePackage[\@biboptions]{natbib} aus – die Klasse hat natbib also längst geladen, mit numbers als voreingestelltem Zitierstil. Wer das nicht weiß und \usepackage[authoryear]{natbib} in die Präambel schreibt, sieht den Abbruch ! LaTeX Error: Option clash for package natbib. Verwirrend ist zusätzlich, dass dasselbe numbers zufällig durchgeht, der Fehler also sporadisch wirkt. Drei richtige Wege: den Stil als Klassenoption übergeben, \documentclass[preprint,authoryear]{elsarticle}; das klasseneigene \biboptions{...} verwenden; oder das Laden mit der Option nonatbib ganz unterdrücken. Als Literaturstil wählt man dann elsarticle-num, elsarticle-num-names oder elsarticle-harv. Die Zitierbefehle von natbib behandelt die natbib-Seite.
% author-year is a CLASS option here -- do not reload natbib yourself
\documentclass[preprint,authoryear,12pt]{elsarticle}
\begin{document}
\begin{frontmatter}
\title{An Elsevier Manuscript}
\author[a]{Ada Lovelace}
\affiliation[a]{organization={Analytical Engine Lab},
city={London}, country={UK}}
\begin{abstract}
The abstract lives inside the front matter.
\end{abstract}
\begin{keyword}
broadband networks \sep quality of service
\end{keyword}
\end{frontmatter}
\section{Introduction}
Text begins after the front matter.
\bibliographystyle{elsarticle-harv}
\end{document}REVTeX – Physik (APS und AIP)
revtex4-2 ist die Klasse für die Zeitschriften der American Physical Society (APS) und des American Institute of Physics (AIP); die Version steckt im Klassennamen selbst. Man kombiniert drei Arten von Optionen – Gesellschaft (aps oder aip), Zeitschrift (prl, prb, prx, prfluids usw.) und Layout (preprint, reprint, twocolumn) –, etwa \documentclass[prl,aps,reprint]{revtex4-2}. Zugehörigkeiten funktionieren eigenwillig: \affiliation{...} steht direkt hinter dem jeweiligen \author{...} und gehört damit zu dieser Person; aufeinanderfolgende Autoren mit derselben Zugehörigkeit werden automatisch zusammengefasst. Für hochgestellte Nummern gibt es stattdessen die Klassenoption superscriptaddress. Der Literaturstil heißt apsrev4-2.
Auch REVTeX trägt natbib in sich, allerdings mit anderen Optionen als elsarticle. revtex4-2.cls führt \RequirePackage[sort&compress]{natbib} aus: Zitatnummern werden automatisch aufsteigend sortiert und zusammenhängende Folgen zu Bereichen zusammengezogen. Aus \cite{c,a,b} wird also etwa [1–3]. Das ist eine bewusste Voreinstellung nach physikalischer Gepflogenheit und keine Folge der Reihenfolge, in der die Schlüssel geschrieben wurden. Auch hier gilt: kein eigenes \usepackage{natbib} nachschieben, sondern die Klasse machen lassen.
\documentclass[prl,aps,reprint]{revtex4-2}
\begin{document}
\title{A Physical Review Letter}
\author{Ada Lovelace}
\affiliation{Analytical Engine Lab, London, UK}
\author{Charles Babbage}
\affiliation{Analytical Engine Lab, London, UK}
% in REVTeX the abstract comes before the title block is typeset
\begin{abstract}
This is the abstract.
\end{abstract}
\maketitle
\section{Introduction}
% natbib is loaded by the class with sort&compress
Text.
\bibliographystyle{apsrev4-2}
\end{document}Bereits geladene Pakete und der Option clash
Die meisten klassenspezifischen Fehler haben eine Ursache: Man lädt mit Optionen ein Paket, das die Klasse längst geladen hat. acmart ist der Musterfall – die Fassung in TeX Live 2024 zieht geometry, hyperref, fancyhdr, natbib, microtype, booktabs, caption, setspace, xcolor und graphicx selbst herein. Steht hinter \documentclass[sigconf]{acmart} ein \usepackage[margin=1in]{geometry}, bricht der Lauf ab mit ! LaTeX Error: Option clash for package geometry. Auch elsarticle lädt graphicx und, unter den Optionen für das gedruckte Seitenbild, geometry. Das Symptom „ich wollte die Ränder ändern und bekam einen Fehler“ hat fast immer diesen Grund.
Drei Reaktionen, der Reihe nach. Erstens prüfen, ob sich die Option stattdessen als Klassenoption übergeben lässt – authoryear bei elsarticle ist genau dieser Fall. Zweitens: Wer wirklich zuvorkommen muss, schreibt \PassOptionsToPackage{...}{geometry} vor \documentclass; die Option fließt dann beim Laden durch die Klasse mit ein. Drittens verstößt das Ändern von Rändern oder Spalten meist ohnehin gegen die Einreichungsregeln – es zu lassen kann die richtige Antwort sein. Was geladen wurde, zeigt am schnellsten ein \listfiles am Anfang der Präambel und ein Blick ans Ende des Logs.
| Klasse | Zielort / Fach | Merkposten |
|---|---|---|
amsart | American Mathematical Society (Mathematik) | abstract vor \maketitle; zugleich Basis von acmart |
IEEEtran | IEEE-Zeitschriften und -Konferenzen (Elektrotechnik, Informatik) | Modus per Option (journal, conference, technote); lädt fast keine Pakete |
acmart | ACM-Zeitschriften und Proceedings (Informatik) | Erscheinungsbild über format=; CCS-Konzepte Pflicht; lädt intern viele Pakete |
llncs | Springer-Tagungsbände LNCS / LNAI / LNBI | Zugehörigkeiten über \institute und \inst{n}; Literatur splncs04 |
elsarticle | Elsevier-Zeitschriften (alle Fächer) | Titelei in der frontmatter-Umgebung; die Klasse lädt natbib, daher \biboptions nutzen |
revtex4-2 | APS-/AIP-Zeitschriften (Physik) | \affiliation folgt direkt auf \author; natbib wird mit sort&compress geladen |
Das sind nur repräsentative Beispiele. Springer hat zusätzlich die neuere konsolidierte Klasse sn-jnl; in der Mathematik steht neben amsart das Buchpendant amsbook sowie verlagseigene Klassen; biomedizinische Verlage liefern eigene Vorlagen. Unabhängig vom Fach gelten die drei eben gesehenen Grundsätze unverändert: das Layout nicht ändern, die Vorlage neu holen, und nichts ein zweites Mal laden, was die Klasse schon geladen hat.
Sechs Punkte kurz vor der Einreichung
Misserfolge mit einer Einreichungsklasse rühren seltener von LaTeX-Syntax her als davon, dass man sich Schritt für Schritt von der Vorlage entfernt hat. Diese sechs Punkte mechanisch durchgehen, damit die Nacht vor der Frist ohne Überraschungen bleibt.
- Zeile eins erneut lesen. Entsprechen die Optionen in
\documentclass[...]genau der Vorgabe? Begutachtungsfassungen (review,preprint,manuscript,anonymous) und Druckfassungen (reprint,sigconf, …) unterscheiden sich normalerweise. - Den Titelblock in die Form der Vorlage zurückversetzen. Jede Klasse schreibt
\author, Zugehörigkeiten, Zusammenfassung und Schlüsselwörter anders. Was in eigene Makros verpackt wurde, gehört zurückgebaut – sonst können Verlagsprüfungen und XML-Konvertierung die Metadaten nicht auslesen. - Die Literatur einzeln durchlaufen lassen. Den
.bstder Klasse verwenden (IEEEtran,ACM-Reference-Format,splncs04,elsarticle-*,apsrev4-2), BibTeX oder Biber laufen lassen und prüfen, dass keine undefinierten Zitate übrig sind. - Das Log bis zum Ende lesen.
Option clash,Unused global option(s), Schriftersetzungen und überOverfull \hboxherausragende Absätze sieht man im PDF allein nicht. - Das gesamte Vorlagenpaket einfrieren. Keine Mischung aus CTAN-
.cls, altem.bstaus einem Verlagskit und einem Grundgerüst aus einem anderen Jahr. Eine Zeile in einer README mit Herkunft und Datum erspart Streit mit Mitautoren. - Die Form der Abgabe prüfen. Quellen oder PDF, Abbildungsformate (EPS, PDF, PNG), Dateinamensregeln und die Frage der Anonymisierung gibt das Einreichungssystem vor, nicht die Klasse.