Details des japanischen Satzes

Japanischer Satz hat Konventionen, die westlicher Text nicht kennt: vertikale Schrift (von oben nach unten), Ruby/Furigana-Lesungen neben Kanji und Betonungspunkte, Kinsoku-Regeln, die Umbrüche an bestimmten Zeilenpositionen verbieten, Vollbreite und Halbbreite von Zeichen sowie den Abstand, wenn Japanisch auf lateinischen Text trifft. TeX erledigt vieles automatisch; diese Seite fasst die Stellschrauben zusammen.

Vertikale Schrift

Vertikale Schrift aktiviert man mit einer Klasse oder Option, die sie unterstützt, zum Beispiel \documentclass[tate]{jlreq}. Kurze horizontale Läufe wie zweistellige Zahlen oder Einheiten werden innerhalb vertikalen Texts aufrecht gesetzt; das heißt tate-chu-yoko. In jlreq / LuaTeX-ja verwendet man \tatechuyoko{...}, in pLaTeX das plext-Paket mit \rensuji{...}.

latex
\documentclass[tate]{jlreq}
...
平成\tatechuyoko{31}% 数字を正立 / digits set upright

Ruby und Betonungspunkte

Ruby/Furigana sind kleine Lesungen neben Kanji. Einfach geht es mit \ruby{漢字}{かんじ} aus dem Paket ruby. Für JIS-X-4051-/JLReq-konformes Ruby (Gruppenruby, Monoruby usw.) verwendet man pxrubrica (unterstützt pTeX, upTeX, LuaTeX und XeTeX). Betonungspunkte (kenten/boten), also Punkte neben Zeichen, setzt pxrubrica mit \kenten{...}.

latex
\usepackage{pxrubrica}
...
\ruby{漢字}{かんじ}   % ルビ / ruby
\kenten{重要}        % 圏点(傍点)/ emphasis dots

Kinsoku — Zeilenumbruchregeln

Kinsoku sind Regeln, die bestimmte Zeichen vom Zeilenanfang oder Zeilenende fernhalten. Schließende Klammern )」』, kleine Kana ゃ ぁ und Satzzeichen 。、 dürfen nicht am Zeilenanfang stehen; öffnende Klammern (「『 dürfen nicht am Zeilenende stehen. Das folgt JIS X 4051 (Standard für japanische Textkomposition), und japanische TeX-Engines wenden es automatisch über JFM (Japanese Font Metrics) an. Normalerweise muss man sich nicht darum kümmern; bei Bedarf lässt es sich etwa mit jlreq anpassen.

Vollbreite und Halbbreite

Vollbreite Zeichen belegen ein ganzes 1-em-Quadrat, halbbreite Zeichen die Hälfte davon. Üblich ist: lateinische Buchstaben und Ziffern halbbreit, japanische Satzzeichen und Klammern 。、() vollbreit. Vollbreite Ziffern oder lateinische Buchstaben, ebenso halbbreite Satzzeichen, wirken falsch und stören die Abstände. Diese Unterscheidung ist die Grundlage.

Mischsatz — Japanisch und westlicher Text

Wenn Japanisch auf lateinischen Text trifft („日本語 and abc“), fügt die Engine automatisch einen kleinen Abstand ein. Das ist xkanjiskip (der japanisch-westliche Abstand); zwischen japanischen Zeichen steht kanjiskip. Durch diese Automatik tippt man keine Leerzeichen um lateinische Wörter. In LuaTeX-ja passt man die Werte mit \ltjsetparameter an, in pLaTeX/upLaTeX über die Klasseneinstellungen (siehe „Japanische Satzmethoden“).